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Presse |

Glarner Spezialitäten für die
Schweizer Garde
Es kommt nicht ganz von ungefähr,
dass der Schweizer Garde in Rom am Nationalfeiertag des
1. August, den sie immer feierlich begeht, heuer ein
Glarner Spezialitäten-Menu offeriert wird.
Gardekommandant Daniel Anrig, seit dem 1. Dezember des
vergangenen Jahres oberster „Kriegsherr“ der ältesten
(und kleinsten) Armee der Welt, gegründet 1506 durch
Papst Julius II. aus der Familie della Rovere, war ja
Glarner Polizeikommandant; bei einem Mittagessen im GH
Ennenda heckten er und GH-Wirt Claudio Keller diese
besondere Aktion aus.

Die Musikgruppe Fryhändig (im Bild links), Urs Kern,
„Chalberwürste“ und Claudio Keller (rechts). Mit
Ausnahme von Urs Kern werden die übrigen am 1.
August für das leibliche Wohl und eine gute Stimmung
der Schweizer Gardisten in Rom sorgen. (Bild: ehuber)
Das festliche
Mahl wird in Ennenda vorbereitet. Dank den Sponsoren
Metzgerei Kern, Cornetto und GESKA sowie der
Baumwollblüte, die für jeden Gardisten ein Glarner
Tüechli bereit hält, kann ein typisches Glarner Menu
serviert werden: Chalberwürste mit Zwetschgen und
Kartoffelstock, zum Dessert ein Öpfelbeggeli (alias
Glarner Pastetli, wie die modernen Menschen sagen) und
zum Apéro Zigerbrütli. Das Getränk stammt aus dem
Weinkeller der Garde selber.
Zubereitung in der
Garde-Küche
Claudio Keller wird an Ort und Stelle, nämlich in der
Gardeküche, die von polnischen Nonnen betreut wird
(Johannes Paul II. hatte sie berufen), das Mal
zubereiten, für die Gardisten, ihre Familien (die
gradierten Gardeangehörigen sind ja verheiratet) und
Gäste, vorwiegend aus dem diplomatischen Korps. Am
Vortag des 31. Juli werden die nach Castel Gandolfo
abkommandierten Gardisten in gleicher Weise verpflegt.
Der Papst begibt sich wenige Tage zuvor in diese seine
Sommerresidenz.
Transport durch die „Fryhändig“-Musik
Für den Transport der Glarner Spezialitäten wurde eine
verblüffende Lösung gefunden. Der ehemalige Gardist Jürg
Baitella, der zusammen mit Daniel Anrig Dienst in Rom
geleistet hat, verlädt die in Isolierboxen gesteckten
Esswaren in einen Bus der Tödi-Garage Mitlödi und
chauffiert sie direkt in den Vatikan, wo ihn der
vorausgereiste Claudio Keller erwartet. Keller selber
nimmt in der Garde-Kaserne Quartier und verbringt
insgesamt eine ganze Woche in der Heiligen Stadt.
Mit Baitella reist die „Fryhändig“ Musik mit, eine „Plauschgruppe“
der Harmoniemusik Netstal, die ohne Noten spielt, mit:
Gründerin Ruth Bossart, Hermann Stäger, Heiri Uhlmann
und Hansjörg Schneider und eben Jürg Baitella. Sie
werden am 1. August die Garde mit U-Musik (neue
Volksmusik, alte Schlager) mit Handorgel, Klarinette,
Trompete, Saxophon, Schlagzeug und Waschbrett
unterhalten.
Die Glarner Spezialitäten und Geschenke (samt Heimatbuch
für die Gardebibliothek) gelten als Diplomatengepäck und
können unbehelligt durch Italien kutschiert werden.
Baitella rechnet mit einer Fahrzeit Ennenda-Vatikan von
etwa 12 Stunden. Claudio Keller will am 2. August auch
noch Zigerhöreli zubereiten, vermutlich mit Schweizer
Höreli, denn so kleine Höreli gibt es im Pasta-Land
Italien gar nicht.
Die 1.-August-Feier findet am Abend statt. Zum Programm
gehört eine Ansprache eines prominenten Schweizers. Die
Gardemusik intoniert die Landeshymne.
Bisher gab es am 1. August jeweils eine Bratwurst und
Bier. Die Chalberwürste werden einen kulinarischen
Markstein setzen.
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